Demenz: Wenn Oma/Opa schlägt - Was tun? (SB)
Ihr demenzkranker Angehöriger wird aggressiv beim Waschen, Anziehen oder Essen? Verstehen Sie die Ursachen & lernen Sie Deeskalation. Beratung in Saarbrücken verfügbar.
KraftWald
2/14/20268 min lesen


Aggression bei Demenz: Ursachen verstehen und ruhig reagieren
Beitrag 21
🌿 Wenn Nähe plötzlich schwierig wird
Vielleicht haben Sie es erlebt:
Ein Blick wird hart. Eine Bewegung abrupt. Ein Wort scharf.
Der Mensch, den Sie begleiten, reagiert plötzlich aggressiv – obwohl Sie doch helfen wollten.
Solche Momente verunsichern. Sie machen Angst. Und sie hinterlassen oft Schuldgefühle:
Habe ich etwas falsch gemacht? Habe ich ihn überfordert?
Aggression bei Demenz ist ein häufiges, aber wenig offen besprochenes Thema.
Dieser Beitrag hilft Ihnen zu verstehen, warum Aggression entsteht, was sie wirklich bedeutet und wie Sie ruhig, sicher und würdevoll reagieren können – für beide Seiten.
🌿 Aggression bei Demenz – was sie wirklich ist
Aggression ist kein Charakterzug.
Kein bewusster Angriff.
Und kein Zeichen fehlender Dankbarkeit.
Bei Demenz ist Aggression meist ein Ausdruck von Überforderung.
Wenn Sprache, Orientierung und Selbstkontrolle nachlassen, bleibt oft nur noch der Körper, um etwas mitzuteilen.
Was für uns aggressiv wirkt, ist für die betroffene Person oft ein letzter Versuch, sich zu schützen.
Aggression ist daher selten „gegen Sie" gerichtet – sondern für sich selbst.
Wie häufig ist Aggression bei Demenz?
Studien zeigen: 40-60% aller Menschen mit Demenz zeigen irgendwann aggressive Verhaltensweisen.
Das bedeutet:
Sie sind nicht allein mit dieser Erfahrung
Es ist ein normaler Teil vieler Demenzverläufe
Es liegt nicht an Ihrer Pflege oder Fürsorge
🌿 Häufige Ursachen von Aggression bei Demenz
Aggressives Verhalten hat fast immer einen Auslöser – auch wenn er nicht sofort sichtbar ist.
1. Überforderung durch Reize
Was passiert:
Zu viele Eindrücke gleichzeitig – Lärm, Menschen, Licht, Gespräche, Entscheidungen.
Beispiel:
Während Sie beim Anziehen helfen, läuft der Fernseher, das Telefon klingelt, und Sie erklären jeden Schritt. Für das Gehirn wird das zur Reizflut.
Was hilft:
Ein Reiz nach dem anderen
Fernseher/Radio aus
Ruhige Umgebung
Weniger Worte
2. Angst oder Unsicherheit
Was passiert:
Fremde Situationen, unbekannte Personen, Orientierungslosigkeit lösen Angst aus. Aggression ist dann Selbstschutz.
Beispiel:
Eine neue Pflegekraft kommt und möchte beim Baden helfen. Die Person erkennt sie nicht, fühlt sich bedroht.
Was hilft:
Vertraute Gesichter
Langsame Annäherung
Erklären, wer Sie sind
Bekannte Rituale
3. Scham oder Kontrollverlust
Was passiert:
Besonders bei intimen Tätigkeiten (Waschen, Toilette, Anziehen) kann Aggression Schutz der Würde sein.
Beispiel:
Ihr Vater wehrt sich beim Windel-Wechseln – nicht weil er nicht will, sondern weil die Situation tief beschämend ist.
Was hilft:
Würde wahren (siehe Beitrag 15: Würde bei Demenz)
Ankündigen, erklären
So viel Selbstständigkeit wie möglich
Privatsphäre schützen
4. Körperlicher Schmerz
Was passiert:
Schmerzen können oft nicht mehr kommuniziert werden. Aggression ist dann die einzige Ausdrucksform.
Häufige Schmerzursachen:
Zahnschmerzen
Harnwegsinfekt
Verstopfung
Druckstellen
Kopfschmerzen
Arthritis, Gelenkschmerzen
Was hilft:
Ärztliche Abklärung
Schmerzmedikation anpassen
Regelmäßige Kontrollen
Auf Körpersignale achten
5. Missverständnisse
Was passiert:
Worte werden falsch verstanden. Gesten werden fehlinterpretiert. Was Sie sagen, kommt anders an.
Beispiel:
Sie sagen: "Wir gehen jetzt duschen." Die Person versteht: "Ich werde jetzt ins Wasser getaucht" (Angst vor Ertrinken).
Was hilft:
Einfache, klare Worte
Zeigen statt erklären
Geduld bei Wiederholungen
Nonverbale Kommunikation (siehe Beitrag 10: Nonverbale Kommunikation)
6. Erschöpfung – besonders am Abend
Was passiert:
Am Ende des Tages ist die kognitive Reserve aufgebraucht. Alles wird schwerer. Die Reizschwelle sinkt.
Das ist Sundowning – mehr dazu in Beitrag 19: Sundowning bei Demenz
Was hilft:
Fordernde Aufgaben vormittags
Nachmittags Reize reduzieren
Feste Abendrituale
Früh ins Bett
7. Medikamente und ihre Nebenwirkungen
Was passiert:
Manche Medikamente können Unruhe, Verwirrtheit oder Aggression verstärken.
Häufige Auslöser:
Schmerzmedikamente (Opioide)
Schlafmittel (Benzodiazepine)
Manche Parkinson-Medikamente
Zu hohe Dosis Demenz-Medikamente
Was hilft:
Medikamentenplan mit Arzt besprechen
"Ist diese Dosis noch richtig?"
Zeitpunkt der Einnahme überprüfen
🌿 Wie sich Aggression zeigen kann
Aggression bei Demenz ist nicht immer laut oder körperlich.
Verbale Aggression:
Schimpfen, Fluchen
Lautes Schreien
Beleidigungen
Beschuldigungen ("Du hast mein Geld gestohlen!")
Drohungen
Körperliche Aggression:
Wegstoßen von Händen
Schlagen, Kratzen, Beißen
Spucken
Werfen von Gegenständen
Festhalten oder Drücken
Passive Aggression:
Verweigern von Essen, Trinken, Medikamenten
Plötzlicher Rückzug
"Stummes" Ignorieren
Verstecken von Gegenständen
All das sind Signale, keine bewussten Entscheidungen.
🌿 Real-Life Beispiele
Herr B., 76 Jahre – Aggression beim Waschen
Jeden Morgen wird Herr B. aggressiv, wenn seine Tochter ihm beim Waschen helfen will. Er schlägt nach ihr, schreit.
Was dahinter steckt:
Scham. Als ehemaliger Ingenieur war er immer selbstständig. Die Hilflosigkeit beim Waschen ist unerträglich.
Was geholfen hat:
Ihm Zeit geben, selbst zu versuchen
Nur unterstützen, wo nötig
Ankündigen: "Ich wasche jetzt deinen Rücken"
Handtuch über Intimbereich
Frau K., 82 Jahre – Abendliche Aggression
Ab 18 Uhr wird Frau K. plötzlich gereizt. Sie beschuldigt ihren Mann, ihre Sachen zu verstecken. Manchmal wirft sie Dinge.
Was dahinter steckt:
Sundowning + Erschöpfung. Am Ende des Tages ist ihre Reizschwelle extrem niedrig.
Was geholfen hat:
Ab 16 Uhr alle Reize reduzieren
Feste Tee-Zeremonie um 17 Uhr
Früher ins Bett (20 Uhr statt 22 Uhr)
Musik aus ihrer Jugend
Herr M., 79 Jahre – Plötzliche Wutausbrüche
Herr M. war immer sanft. Seit kurzem schlägt er manchmal um sich – ohne erkennbaren Grund.
Was dahinter steckt:
Harnwegsinfekt. Er hatte Schmerzen beim Wasserlassen, konnte es aber nicht sagen.
Was geholfen hat:
Ärztliche Untersuchung → Antibiotika → Aggression verschwand innerhalb von 3 Tagen.
🌿 Warum Erklären, Korrigieren oder Diskutieren nicht hilft
Sätze wie:
"Das brauchst du nicht"
"Ich will dir doch nur helfen"
"Beruhig dich doch"
"Das stimmt nicht, ich habe nichts genommen"
"Das haben wir doch schon besprochen"
setzen voraus, dass Informationen verarbeitet, erinnert und logisch eingeordnet werden können.
Bei Demenz – besonders in Stressmomenten – ist das oft nicht mehr möglich.
Warum das nicht funktioniert:
Logik ist blockiert – das Gehirn ist im Stressmodus
Gedächtnis funktioniert nicht – Erklärungen werden sofort vergessen
Emotionen dominieren – Gefühle überlagern Fakten
Aggression lässt sich nicht wegdiskutieren.
Sie lässt sich aber abmildern, wenn Sicherheit spürbar wird.
🌿 Ruhig reagieren – was in akuten Momenten hilft
Wenn Aggression auftritt, geht es nicht um Lösungen.
Es geht um Deeskalation.
Sofort-Strategien (in der Situation):
1. Abstand wahren – körperlich und emotional
Körperlich:
1-2 Meter Abstand
Nicht zwischen Person und Ausgang stellen
Seitlich stehen (nicht frontal – wirkt konfrontativ)
Hände offen, sichtbar, ruhig
Emotional:
Nicht persönlich nehmen (schwer, aber wichtig)
Ihre Emotionen sind ansteckend
Wenn Sie Angst zeigen → verstärkt Aggression
2. Ruhig bleiben oder bewusst langsamer werden
Praktisch:
Tief durchatmen (4-7-8 Methode)
Schultern bewusst senken
Eigene Stimme verlangsamen
Bewegungen verlangsamen
Das signalisiert: "Keine Gefahr. Alles sicher."
3. Leise, kurze Sätze
Statt: "Du brauchst keine Angst zu haben, ich möchte dir nur helfen beim Anziehen, weil wir gleich zum Arzt müssen."
Besser:
"Ich bin da."
Pause.
"Alles ist gut."
Pause.
"Du bist sicher."
Ein einfacher Satz genügt oft:
"Ich bin da. Es ist okay."
4. Keine Erklärungen, keine Rechtfertigungen
Vermeiden:
"Aber du wolltest doch..."
"Das hast du doch gesagt..."
"Ich habe nichts gemacht..."
Besser:
Einfach ruhig bleiben
Nicken (zeigt: Ich höre dich)
Warten, bis Emotion abklingt
5. Blickkontakt – aber nicht starren
Richtig:
Kurzer, freundlicher Blick
Dann wegschauen (nicht bedrohlich)
Nicht starrer Augenkontakt (wirkt aggressiv)
6. Hände sichtbar und ruhig halten
Warum: Verborgene Hände können bedrohlich wirken.
Wie:
Hände offen zeigen
Langsame Bewegungen
Keine plötzlichen Gesten
7. Rückzug als Strategie
Wichtig: Rückzug ist kein Aufgeben – sondern Schutz für beide.
Was Sie sagen können:
"Ich gehe kurz weg. Ich komme gleich wieder."
Dann:
Raum verlassen
5-10 Minuten warten
Neu versuchen
Oft hat sich die Situation dann schon entspannt.
🌿 Was Sie NICHT tun sollten
Gefährliche Reaktionen:
❌ Festhalten oder körperlich zurückhalten
→ Erhöht Panik und Aggression massiv
❌ Laut werden oder zurückschreien
→ Eskalation garantiert
❌ Diskutieren oder Fakten präsentieren
→ Kommt nicht an, frustriert beide
❌ Drohen ("Wenn du nicht..., dann...")
→ Verstärkt Angst
❌ Sich rechtfertigen
→ Bringt nichts, erschöpft Sie
❌ Die Person allein lassen (bei starker Aggression)
→ Nur wenn Ihre Sicherheit gefährdet ist!
🌿 Langfristig entlasten: Aggression vorbeugen
Aggression entsteht selten aus dem Nichts.
Sie wächst oft aus vielen kleinen Überforderungen.
Präventive Strategien:
1. Feste Abläufe und vorhersehbare Übergänge
Warum: Routine gibt Sicherheit. Neue Situationen stressen.
Praktisch:
Gleiche Reihenfolge beim Anziehen
Gleiche Zeit für Mahlzeiten
Gleiche Person für schwierige Tätigkeiten
Übergänge langsam ("Gleich gehen wir...")
2. Weniger Entscheidungen
Warum: Entscheiden kostet Energie. Bei Demenz: enorm viel.
Statt: "Was möchtest du anziehen?"
Besser: "Die blaue oder die grüne Jacke?"
Noch besser: Outfit vorbereiten, keine Wahl nötig
3. Langsames Tempo
Warum: Eile schafft Stress. Stress löst Aggression aus.
Praktisch:
Mehr Zeit einplanen (doppelt so lange)
Pausen einbauen
Nicht drängen
"Wir haben Zeit" (auch wenn nicht ganz wahr)
4. Vertraute Rituale
Warum: Rituale wirken beruhigend, vorausschaubar, sicher.
Beispiele:
Morgen-Kaffee-Ritual
Tisch decken vor dem Essen
Hände waschen als Übergang
Abendlied vor dem Schlafen
Mehr dazu: Beitrag 1: Vertraute Momente schenken
5. Körperliche Vertrautheit – wenn angenehm
Warum: Berührung kann beruhigen (wenn gewollt).
Praktisch:
Hand auf Schulter
Hand halten
Sanftes Rückenklopfen
Aber: Nur wenn es als angenehm empfunden wird!
6. Frühe Pausen – bevor Erschöpfung sichtbar wird
Warum: Müdigkeit senkt Reizschwelle dramatisch.
Wann Pausen:
Nach 20-30 Min. Aktivität
Vor dem Mittagessen
Ab 16 Uhr grundsätzlich ruhiger
Nicht mehr tun – sondern weniger auf einmal.
🌿 Wenn Aggression häufiger wird
Wiederkehrende Aggression ist ein wichtiges Signal.
Dann darf – und sollte – Unterstützung hinzukommen:
1. Ärztliche Abklärung
Fragen Sie:
Könnte Schmerz die Ursache sein?
Harnwegsinfekt? (sehr häufig übersehen!)
Verstopfung?
Nebenwirkungen von Medikamenten?
Depression?
Wichtig: Oft sind körperliche Ursachen behandelbar!
2. Beratung durch Pflegefachkräfte
Was sie bieten:
Professionelle Einschätzung
Deeskalationstechniken
Hilfsmittel-Empfehlungen
Entlastungsmöglichkeiten
Wo finden:
Pflegestützpunkte
Alzheimer-Gesellschaft
Häusliche Pflegedienste
3. Entlastung für Sie als Angehörige
Warum kritisch:
Dauerhafte Aggression führt zu Burnout (siehe Beitrag 13: Burnout bei Angehörigen)
Optionen:
Tagespflege
Kurzzeitpflege
Verhinderungspflege
Selbsthilfegruppen
4. Gespräche über Tagesstruktur und Reizreduktion
Gemeinsam mit Fachkräften:
Tagesablauf analysieren
Trigger identifizieren
Alternativen entwickeln
Umsetzung begleiten
Aggression bedeutet nicht, dass Sie versagen.
Sie zeigt oft, dass die Situation zu viel geworden ist – für beide.
🌿 Ihre eigene Sicherheit geht vor
Wann ist Aggression gefährlich?
Warnsignale:
Wiederholte körperliche Angriffe
Verletzungen bei Ihnen
Sie haben Angst vor der Person
Gegenstände werden geworfen
Aggression wird unkontrollierbar
Sofortmaßnahmen bei Gefahr:
1. Raum verlassen
Ihre Sicherheit ist wichtiger als die Situation zu lösen.
2. Bei akuter Gefahr: 112 anrufen
Keine Scham. Das ist ein medizinischer Notfall.
3. Professionelle Hilfe organisieren
Krisentelefon Alzheimer: 030 259 37 95 14
Hausarzt kontaktieren
Notfallpsychiatrie (wenn nötig)
Langfristige Sicherheitsmaßnahmen:
Zu Hause:
Gefährliche Gegenstände sichern (Messer, Werkzeug)
Zerbrechliches entfernen
Fluchtweg freihalten (nicht verstellen)
Notfallnummer griffbereit
Für Sie:
Selbstverteidigungskurs (speziell für Pflegende)
Alarmsystem erwägen
Immer Handy dabei
Vertrauensperson informiert halten
Wenn Sicherheit nicht mehr gewährleistet werden kann:
Professionelle Pflege ist keine Niederlage, sondern Verantwortung.
❓ Häufige Fragen zu Aggression bei Demenz
Ist Aggression bei Demenz normal?
Ja. Sie kommt bei vielen Demenzformen vor – besonders in Phasen von Überforderung, Angst, Schmerz oder Erschöpfung. 40-60% aller Menschen mit Demenz zeigen irgendwann aggressive Verhaltensweisen.
Habe ich etwas falsch gemacht?
In den meisten Fällen: nein. Aggression ist kein Urteil über Ihre Fürsorge. Sie ist ein Symptom der Erkrankung und der Überforderung.
Wird Aggression mit der Zeit schlimmer?
Nicht zwingend. Oft kommt sie in Phasen und kann auch wieder verschwinden – besonders wenn Auslöser (Schmerz, Infektion, Überforderung) behoben werden.
Soll ich Grenzen setzen?
Ja – ruhig und klar. Eigene Sicherheit geht immer vor. Abstand nehmen ist erlaubt und wichtig. Sie dürfen "Nein" sagen zu Situationen, die Sie gefährden.
Kann ich Aggression komplett verhindern?
Meist nicht komplett, aber deutlich reduzieren. Durch: Routine, Reizreduktion, Schmerzbehandlung, langsames Tempo, frühe Pausen.
Wann brauche ich Hilfe?
Wenn Aggression häufiger wird, Angst bei Ihnen auslöst, Sie sich selbst nicht mehr sicher fühlen, oder wenn Sie körperlich oder emotional erschöpft sind.
Helfen Medikamente gegen Aggression?
In manchen Fällen ja – aber nur als letztes Mittel nach ärztlicher Beratung. Risiken: Stürze, Sedierung, Nebenwirkungen. Erst alle anderen Wege ausschöpfen.
Was, wenn ich selbst aggressiv werde?
Das ist ein Alarmzeichen für Überlastung. Holen Sie sich SOFORT Unterstützung. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, Selbsthilfegruppe oder Pflegeberatung. Sie brauchen Entlastung – dringend.
Wie gehe ich mit Schuldgefühlen um?
Aggression verletzt – auch wenn sie nicht so gemeint ist. Ihre Schuldgefühle sind verständlich, aber meist unbegründet. Sprechen Sie darüber – mit anderen Angehörigen, in Selbsthilfegruppen, mit Therapeuten.
🌿 Verbindung zu anderen Themen
Aggression hängt oft mit anderen Herausforderungen zusammen:
Sundowning: Beitrag 19: Wenn der Abend schwer wird
Kommunikation: Beitrag 9: Mit Herz statt Fakten
Nonverbale Zeichen: Beitrag 10: Ton, Mimik, Stille
Würde bewahren: Beitrag 15: Erwachsene bleiben Erwachsene
Burnout: Beitrag 13: Warnsignale erkennen
🌿 Ressourcen und Hilfe
Telefonische Unterstützung:
Alzheimer-Telefon: 030 259 37 95 14 (Mo-Do 9-18 Uhr, Fr 9-15 Uhr)
Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 (24/7, kostenfrei, anonym)
Pflegetelefon: 030 20 179 131 (Mo-Do 9-18 Uhr)
Online-Ressourcen:
Deutsche Alzheimer Gesellschaft: www.deutsche-alzheimer.de
Wegweiser Demenz: www.wegweiser-demenz.de
Selbsthilfegruppen finden: www.nakos.de
Bei akuter Gefahr:
Notruf: 112
Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117
Psychiatrischer Notdienst: über örtliche Klinik
🌿 Ein ruhiger Abschluss
Aggression bei Demenz ist schwer auszuhalten.
Sie verletzt – auch wenn sie nicht so gemeint ist.
Doch hinter ihr steckt meist keine Ablehnung,
sondern Überforderung, Angst oder Erschöpfung.
Sie müssen nicht alles aushalten.
Sie müssen nicht alles verstehen.
Manchmal reicht es, einen Schritt zurückzugehen, ruhig zu bleiben und sich selbst genauso ernst zu nehmen wie den Menschen, den Sie begleiten.
💚 Würde beginnt dort, wo Sicherheit entsteht – für beide Seiten.
Sie sind nicht allein. Und Sie dürfen sich schützen.
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